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Pop Art in Italien Drucken E-Mail

In Italien wurde die Pop-Art um 1964 bekannt. Besonders hervorzuheben sind hier die Künstler der "Scuola di Piazza del Popolo" in Rom, oder auch Piero Manzoni.

Ursprünglich fingen in den späten 1950ern vor allem zwei Künstler an, Pop-Art zu machen, namlich Enrico Baj und Mimmo Rotella. Sie gaben ihre ursprünglichen Karrieren auf und widmeten sich von nun an nur noch der Kunst. Ihre Kunst entsprang vor allem dem Post-Dadaismus. Sie verwendeten nun aber auch völlig neue Materialien und Bilder, die der überall entstehenden Pop-Kultur entsprangen, für ihre Werke, was sie mit Fug und Recht zu den Begründern der Pop-Art in Italien werden ließ.

 

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Rotellas „auseinandergerissene“ Poster bezogen sich vor allem auf große Ikonen seiner Zeit, die er sehr frei interpretierte. Bajs Kompositionen waren eingetaucht in zeitgenössischen Kitsch, der sich als Goldgrube für einen Pop-Art Künstler herausstellte und eine ganze Generation von Künstlern stimulierte und beeinflusste. Die neue Welt, die über Europa schwappte, beinhaltete inspirierende Dinge wie Autos, Fernsehen, Verkehrszeichen oder auch Architektur. Einfach alles kann Pop-Art sein, denn Pop-Art selbst war ja völlig neu.

Die italienische Entwicklung nimmt einen sehr ähnlichen Verlauf wie die der internationalen Pop-Art-Gemeinde. Einzige Ausnahme ist vielleicht die größere Ikonographie, die ja schon viele große italienische Künstler ausgemacht hat und die etwas kritischere Auseinandersetzung mit der neuen Kunstform. Es gibt eine lange Liste italienischer Künstler, die zu dieser Zeit die Realität als ein Spielzeug annahmen und daraus Kunst machten, mit einer gehörigen Portion Frechheit, aber natürlich auch Enttäuschung. Neben Rotella und Baj sind hier auch noch einige andere zu nennen, wie z. B. Gianni Ruffi, Roberto Barni, Silvio Pasotti oder Umberto Bignardi und Claudio Cintoli. Sie hinterfragten die klassischen Vorbilder und erneuerten sie mit einer Einstellung à la „Lasst mich doch meinen Spaß haben“, wie es Aldo Palazzeschi ausdrückte.